Als regelmäßiger Google Nutzer haben Sie vielleicht auch schon bemerkt, wie sich die Landschaft der Suchergebnisse in den letzten Jahren gewandelt hat. Statt einer reinen Auflistung mit Suchergebnissen, bekommt man bei bestimmten Suchanfragen immer öfter reichhaltige Informationsboxen, die die Suchanfrage nicht nur inhaltlich bedienen, sondern auch fürs Auge etwas hergeben.

Knowledge Graph, Rich Search Results

Google ist schon lange intelligent genug Seiten zu finden, die über die eingegebene Suchanfrage hinausgehen. Die Suchmaschine versteht also zum Beispiel, dass “Paradeiser” ein Synonym von “Tomate” ist, oder dass “Laufhosen” die Plural von “Laufhose” ist. Mit Einführung des Knowledge Graphs im Jahr 2012 hat man gesehen, dass die Intelligenz von Google sich erneut weiterentwickelt hat. Der Knowledge Graph ist eine Art Infobox, die Fakten über eine bestimmte Person oder Dinge darstellt. Sucht man zum Beispiel nach einer Persönlichkeit wie “Prince”, erhält man einen Knowledge Graph dieser Art:

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Die Vorteile dieses Knowledge Graphs für den Nutzer stehen außer Frage. Man erhält auf einen Blick die wichtigsten Fakten über Prince und kann sich durch einen Klick auch gleich seine Songs anhören.

Die Intelligenz von Google ermöglicht es der Suchmaschine außerdem Knowledge Graphs für Suchanfragen auszuliefern, die nicht das Keyword enthalten. Sucht man beispielsweise nach der “Hauptstadt von Argentinien” erhält man dieses Ergebnis:

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Praktisch, oder? Auf den ersten Blick natürlich, da Nutzer sofort die Information erhalten, die sie benötigen. Dass der Knowledge Graph Webseitenbetreibern allerdings auch Traffic wegnimmt, ist vielleicht eine Schattenseite der wachsenden Intelligenz von Google.

Der Knowledge Graph ist übrigens nur eine Form von Rich Search Results. Die Einführung von Rich Snippets (kleine Erweiterung der SERPs) und Rich Cards (eigene Infoboxen, z.B. “Knowledge Grahp”) in den Google Suchergebnissen ermöglicht es Webseitenbetreibern ihre Einträge mit bestimmten Daten anzureichern und so den Nutzern ein attraktiveres Ergebnis zu bieten. Zu den Rich Snippets zählen viele verschiedene Erweiterungen, angefangen bei den Breadcrumbs:

Von Rezepten mit Bewertung und Bild:

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Bis hin zu Events aller Art:

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Für die Verwendung von Rich Snippets und Rich Cards benötigt man allerdings das richtige Mark Up, das man am besten hier nachliest.

Q & A mit der Suchmaschine – Google’s Rich Answers

Eine weitere Entwicklung der Suchmaschine, um Nutzern Antworten auf Suchanfragen zu geben, sind “Rich Answers”. Diese Antwortboxen erscheinen noch über den organischen Suchergebnissen als Ergebnis für bestimmte Suchanfragen, wobei sich hier Google US und Google DE und AT noch deutlich unterscheiden. Sucht man auf google.com nach “how to calculate the volume of a cube” erhält man folgende Antwort:

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Quelle: http://www.blaueorange.de/google-direct-answers-und-rich-cards/

Im deutschsprachigen Raum liefert Google jedoch nur die übliche Liste an Suchergebnissen. Allerdings sprechen aktuelle amerikanische Studien dafür, dass sich der Gebrauch von Rich Answers schnell verbreitet wird. Laut einer Studie von Stone Temple aus dem Jahr 2015 hat sich der Prozentsatz der Rich Answers innerhalb von 6 Monaten (Dez. 14 bis Juli 2015) bereits stark vergrößert. Bereits knapp über 30 % der 850 000 Suchanfragen wurden mit einer Art von Rich Answers beliefert. Es ist also damit zu rechnen, dass sich diese Entwicklung fortsetzt und dass Rich Answers auch in Zukunft die Suchergebnisse in Deutschland und Österreich bestimmen werden. Bei einer Suche nach “wie viele Kalorien hat eine Pizza” zeigt google.at bereits eine Rich Answer:

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Die Daten kommen dabei von verschiedenen Webseiten. Obwohl es meist scheint, als würden hauptsächlich Daten von Seiten mit einer gewissen Autorität, wie Wikipedia, herangezogen, zeigt die Studie, dass auch Webseiten mit geringer Domain Authority eine Chance bei Rich Answers haben.

Was bedeutet das für Webseitenbetreiber und SEOs?

Wie anfangs bereits erwähnt, nimmt Google mit der Einführung verschiedener Rich Cards und Rich Answers Webseitenbetreibern natürlich einen Teil des Traffics. Letztendlich hängt es jedoch von der Art der Suchanfrage und der Darstellung des Ergebnisses ab, ob Nutzer auf die Webseite gelangen. Die Quelle der Antwort befindet sich meist unter der Box, somit verlinkt Google zumindest die Webseite. In manchen Fällen enthält eine Rich Answer sogar ein Featured Snippet, das einem klassischen Suchergebnis ähnelt.

Enthält die eigene Webseite Inhalte, die für Rich Answers relevant sein können? Dann empfiehlt es sich bei der Aufbereitung der Inhalte sich bereits Gedanken über eine mögliche Fragestellung zu machen, um dann eine direkte Antwort zu bieten. Natürlich trägt auch weitere nützliche Information zum Mehrwert des Contents bei. Bei Videos kann es hilfreich sein, ein Transkript bereitzustellen, damit die Suchmaschine so viel Kontext wie möglich zum Video erhält.