AI Visibility Studie Privatbrauereien 2026: Stiegl dominiert klar vor Ottakringer

9.16.2026
Alexandra Schmid, Senior SEO Consultant
GEO & SEO
Presse
Im vierten Teil ihrer AI Visibility Studienreihe 2026 hat die Wiener Digital Media Agentur SlopeLift gemeinsam mit dem KI-Monitoring-Tool otterly.ai untersucht, wie sichtbar österreichische Privatbrauereien in den Antworten der führenden KI-Suchsysteme sind. Das Ergebnis: Stiegl dominiert klar – bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber ein sehr unterschiedliches Bild je nach Suchintention.

Warum KI-Sichtbarkeit auch für Brauereien zählt

Die Studienreihe blickt seit Mai 2026 Branche für Branche auf die Sichtbarkeit heimischer Marken in der KI-Suche: Teil eins widmete sich den österreichischen Molkereien, Teil zwei den Versicherungen und Teil drei den wiener Bäckereien. Für Teil vier hat SlopeLift das Feld auf unabhängige, eigentümergeführte Privatbrauereien mit eigener Braustätte eingegrenzt. Marken der Brau Union Österreich AG wie Zipfer, Gösser oder Schwechater wurden bewusst ausgeschlossen, um die Sichtbarkeit der Privatbrauereien untereinander vergleichbar zu machen. Erhoben wurde, welche Marken in KI-Antworten überhaupt vorkommen und wie oft ihre Websites als Quelle herangezogen werden.

Methodik: 106 Prompts, sechs KI-Systeme, 19 Marken

Grundlage der Studie ist ein Set von 106 markenneutralen Prompts in neun Themenkategorien, deren Antworten otterly.ai vom 2. bis 9. September 2026 über sechs KI-Systeme erfasst hat: ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews, Google AI Mode, Microsoft Copilot und Gemini. Getrackt wurden 19 österreichische Privatbrauereien anhand der offiziellen otterly.ai-Kennzahlen Brand Mentions, Brand Coverage, Domain Citations und Likelihood to Buy.

Stiegl und Ottakringer als klare Leader

Bei den Markennennungen liegt die Stieglbrauerei mit großem Abstand vorn: 324 Brand Mentions und 7,5 % Brand Coverage bedeuten, dass keine andere Marke so häufig in KI-Antworten fällt. Auch bei den Domain Citations führt Stiegl mit 367 Zitierungen von stiegl.at und angeschlossenen Domains wie stiegl-shop.at. Einzig die Ottakringer Brauerei erreicht mit 280 Brand Mentions, 6,4 % Brand Coverage und 182 Domain Citations ebenfalls den von otterly.ai vergebenen Status „Leader“ – als einzige weitere Marke im gesamten Set. Auf Platz drei folgt Murauer Bier mit 95 Mentions und 87 Citations, eingestuft als „Niche“.

Besonders aufschlussreich ist die Likelihood to Buy, die angibt, wie wahrscheinlich eine KI-Antwort eine Kaufempfehlung für die Marke enthält: Sie liegt bei Stiegl bei 98 %, bei Ottakringer bei 90 % und bei Murauer bei 83 %. Zählt die KI mehrere Brauereien in einer Antwort auf, landen Stiegl und Ottakringer also fast immer ganz vorne – ein Unterschied, der für die Kaufentscheidung der Nutzer:innen erheblich ins Gewicht fällt.

Trumer Bier: Wenn die Website sichtbarer ist als die Marke

Ein besonderer Ausreißer der Studie ist Trumer Bier: Die Marke fällt im gesamten Beobachtungszeitraum in keiner einzigen KI-Antwort namentlich – 0 Brand Mentions –, während trumer.at gleichzeitig 67-mal als Quelle zitiert wird. Damit liegt die Domain-Sichtbarkeit von Trumer sogar höher als bei etablierteren Marken wie der Egger Privatbrauerei (55 Domain Citations) oder der Hirter Privatbrauerei (42). Content-Autorität und aktive Markenempfehlung fallen hier also klar auseinander: Die Website gilt der KI als Quelle, ohne dass die Marke den Nutzer:innen gegenüber tatsächlich empfohlen wird – ein Muster, das für die eigene GEO-Strategie relevant ist.

Wikipedia, Falstaff und Reddit als wichtigste Quellen

KI-Systeme greifen längst nicht nur auf die Websites der Brauereien selbst zurück. Mit 976 Citations führt de.wikipedia.org das Ranking der 25 meistzitierten Domains an – deutlich vor brauunion.at (813) und dem Fachmagazin falstaff.com (654). Damit unterscheidet sich die Brauerei-Branche spürbar von der Versicherungsbranche, wo Vergleichsportale und YouTube das Feld anführen: Bei Bier zählt offenbar fundiertes Grundlagenwissen und redaktionelle Einordnung mehr als der reine Produktvergleich.

Bemerkenswert ist zudem die Rolle von Reddit: Mit 493 Citations gehört die Plattform zu den zehn meistzitierten Quellen überhaupt. Community-Diskussionen rund um Geschmack, Verfügbarkeit und persönliche Empfehlungen prägen die KI-Antworten zu Bier also spürbar mit – ein Kanal, den viele Brauereien in ihrer Content-Strategie bislang kaum berücksichtigen.

Kategorie-Einblicke: Wo Stiegl (nicht) dominiert

Ein Blick auf einzelne Prompt-Kategorien zeigt, wie stark die Sichtbarkeit je nach Suchintention variiert. In der Kategorie „Ranking/Vergleich“ (14 Prompts, z. B. „Welche Brauerei ist die größte in Österreich?“) erreicht Stiegl eine durchschnittliche Brand Coverage von 92,9 % und in Summe 181 Brand Mentions – die KI nennt hier fast ausnahmslos Stiegl zuerst. Auch bei „Markenvergleich“ (12 Prompts) führt Stiegl mit 91,7 % Brand Coverage und 56 Mentions klar vor Ottakringer (31 Mentions).

Ganz anders sieht es bei „Kauf/Distribution“ (12 Prompts) aus: Hier kommt Stiegl in Summe nur auf 10 Brand Mentions, bei mehreren Prompts wird die Marke gar nicht genannt. Beim Prompt „Wo kann man in Österreich Bier direkt ab Brauerei kaufen?“ liegt sogar Ottakringer vorn (15 Mentions) – vor Brauerei Schloss Eggenberg (13), Zillertal Bier (10) und Stiftsbrauerei Schlägl (8). In den Kategorien „Informatives“ (14 Prompts) und „Markt“ (12 Prompts) liegt die Brand Coverage bei sämtlichen Marken – auch bei Stiegl – bei 0 %: Rein sachliche Fragen beantwortet die KI enzyklopädisch, ganz ohne Markenempfehlung.

KI-System im Vergleich: Wo Stiegl am sichtbarsten ist

Wie oft eine Marke überhaupt in einer KI-Antwort erwähnt wird, hängt zudem stark vom jeweiligen System ab. Bei insgesamt 3.929 ausgewerteten Antworten zeigt sich für Stiegl folgende Erwähnungsrate: Google AI Mode (11,6 %) und Gemini (11,4 %) liegen vorn, gefolgt von Microsoft Copilot (10,9 %) und Google AI Overviews (8,7 %). ChatGPT kommt auf 5,8 %, deutlich abgeschlagen ist Perplexity mit nur 1,0 %. Eine GEO-Strategie sollte deshalb nicht pauschal auf „die KI“ zielen, sondern die Quellenlogik jedes einzelnen Systems mitdenken.

Drei strategische Erkenntnisse für Brauereien

Aus den Daten lassen sich drei zentrale Schlussfolgerungen für die Branche ableiten:

1. Markenbekanntheit ist nicht der entscheidende Faktor: KI-Systeme bevorzugen als Quelle vor allem Websites mit durchdachten, klar aufgebauten Inhalten – unabhängig davon, wie bekannt die dahinterstehende Marke ist. Trumer Bier zeigt das eindrücklich.

2. Der Content-Mix zählt: Wikipedia (976 Citations) und Falstaff (654) werden häufiger zitiert als jede einzelne Brauerei-Domain. Präsenz und Aktualität auf solchen Plattformen stärkt die KI-Sichtbarkeit indirekt, aber messbar mit.

3. Die KI-Systeme ticken unterschiedlich: Von 1,0 % (Perplexity) bis 11,6 % (Google AI Mode) Erwähnungsrate liegt eine große Spannbreite – eine differenzierte, systemübergreifende GEO-Strategie ist gefragt.

KI-Sichtbarkeit ist keine feste Größe, sondern verändert sich fortlaufend. Wer sich schon jetzt mit Monitoring und den passenden GEO-Kennzahlen beschäftigt, verschafft sich einen Datenvorsprung gegenüber dem Wettbewerb. Das vollständige Ranking aller 19 Privatbrauereien sowie alle Details zur Methodik sind unter studies.slopelift.com abrufbar.

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